14 September 2015

15. Treffpunkt Erzählcafé

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15. Treffpunkt Erzählcafé

Kaffeeduft und der Geruch von frischen Kräutern, die in der Tischdekoration ihren Platz gefunden hatten, begrüßten die Besucher des 15. Erzählcafés. Nach leckeren Kuchen und dem gemeinsamen Lied „Hoch im Westerwald“ waren alle schon gespannt auf die Themen des Nachmittags.

Marianne Rüth führte den Besuchern des Treffpunkts die Kunst des Klöppels vor. Eine Mustervorlage (Klöppelbrief) wird auf einem gestopften Polster (Klöppelkisten) festgesteckt. Nun wird das Garn, das auf Klöppelhölzer aufgewickelt ist, nach dem vorgegebenen Muster durch Kreuzen und Drehen verflochten und mit Stecknadeln auf dem Kissen fixiert. Diese Handarbeit erfordert höchste Konzentration und alle Zuschauer waren begeistert, mit welcher Präzession Marianne an ihrem Schal klöppelte. Außerdem gab es bereits fertiggestellte Arbeiten (Deckchen, Weihnachtsbaumschmuck, Blüten, ein Diadem usw.) zu bewundern.

Anschließend erforderte ein Ratespiel die Konzentration der Gäste des Erzählcafés. Gesucht wurden in der 1. Runde Städtenamen, in der 2. Runde Gewürze.

Schließlich ging es um das Haltbarmachen von Obst und Gemüse im Herbst. Was heute bei den Meisten wie selbstverständlich beim Discounter aus dem Regal geholt wird, wurde früher und teils auch heute noch bei vielen von Hand verarbeitet. Wobei in der heutigen Zeit die guten alten Einmachgläser weniger benutzt werden, dafür aber die Tiefkühltruhe. Birnen, Pflaumen, Kirschen, Mirabellen wurden mit aufgekochter Zuckerlösung in Gläser gefüllt und im Einkochkessel bei 90C° eine halbe Stunde eingekocht.

Weitere Erinnerungen gab es an die Herstellung von Sauerkraut. Die Dorfbewohner mussten sich hierzu absprechen, da der Weißkohlhobel (Kappesschäfche) „bei Ann“ (Gemischtwarenladen von Maria Schmidt) gegen eine geringe Gebühr ausgeliehen wurde. Das gehobelte Kraut füllte man in Steintöpfe und streute schichtweise Salz dazwischen. Das Ganze wurde mit einem Leinentuch und einem Holzdeckel abgedeckt und zum Schluss mit einem Stein beschwert. Im wöchentlichen Rhythmus musste die Flüssigkeit an der oberen Schicht abgeschöpft und das Tuch ausgewaschen werden. Nach ca. 6-8 Wochen konnte von dem Sauerkraut gegessen werden.

Vielen war auch der gute alte Rumtopf der 60iger Jahre im Gedächtnis. Die Früchte wurden der Reihe nach, wie sie reiften, mit Zucker in einen Steinguttopf gelegt und mit Rum bedeckt. Bis das letzte Obst geerntet und eingelegt war, vergingen viele Wochen und manch einer konnte sich das Naschen nicht verkneifen. Im Winter reichte man die eingelegten Früchte zu Pudding und Eis.

Auch das Trocknen von Früchte im Backofen war sehr beliebt und ist es auch heute wieder. Dazu wurden Apfelringe, Birnenspalten und Pflaumen verwendet.

Die Zeit verging wie im Flug und mit dem Lied „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ endete der schöne Nachmittag.

Der nächste Treffpunkt Erzählcafé findet am 12. Oktober 2015 statt.

 

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