12 Oktober 2015

16. Treffpunkt Erzählcafé

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Schulbild der 1. Epgert Volksschule von 1895

Der Herbst hat Einzug gehalten, das konnte man an der Tischdekoration mit bunten Blättern, Kastanien und Kürbissen erkennen. So startete der 16. Treffpunkt Erzählcafé mit dem Lied: „Bunt sind schon die Wälder„.

Ingrid Schmitt lud die Besucher ein, sich an ihre Schulzeit und den 1. Schultag zu erinnern. Da gab es viel zu erzählen.

Die erste Schule in der Gemeinde wurde 1836 gegründet und zwischen den Orten Epgert und Obersteinebach, auf dem Gelände des heutigen Sportplatzes, errichtet. Den Kindern aus den beiden Orten ersparte das den langen Fußmarsch nach Peterslahr. Im Oktober 1894 brannte das Schulgebäude ab. Der Unterricht wurde zunächst ausgesetzt und wenig später behelfsmäßig in einem Raum bei Peter Rüth in Obersteinebach fortgeführt. Nachdem dem Schulverband Epgert-Obersteinebach auch Krunkel beigetreten war, begann der Bau eines zweiten Schulgebäudes am 4. April 1898. Bedingt durch schlechte Witterung und Problemen bei der Beschaffung von Arbeitsmaterial, dauerten die Arbeiten über ein Jahr. Die Schule konnte am 16. Juli 1899 eingeweiht werden. Vorerst gab es einen Klassenraum, die zweite Klasse wurde im November 1902 errichtet. Auf Grund der beiden Weltkriege kam es immer wieder zu Unterrichtsausfall und zweitweise sogar zu Schließungen.
Die komplette Aufzeichnung ist niedergeschrieben in dem Buch "Chronik der Dorfschule 1836-1970", dass bei der Ortsgemeinde erhältlich ist.

Viele Besucher des Erzählcafés erinnerten sich an den 1. Schultag, an dem sich die Kinder stolz mit ihrem Tornister auf den Schulweg machten. Eine Schultüte war im ländlichen Raum sind üblich, dafür bekamen die Mädchen aber eine neue Schürze. An der damals verwandten Schiefertafel  waren der Tafellappen und ein Schwämmchen befestigt, die beim Laufen lustig auf und ab hüpften.

Das weibliche Lehrpersonal musste unverheiratet sein und wurde mit Fräulein angeredet. Für die Kinder stellten die Lehrer eine Respektperson dar. Bei Ungehorsam und Unruhestiftung   war körperliche Züchtigung  nicht selten.  Bis in die 50ziger Jahren besuchten Jungen, welche  Priester werden wollten, die Ordensschulen der Steyler Missionare. Später wurde das Konvikt in Linz für  Jungen und das Lyzeum in Montabaur für Mädchen als weiterführende Schulen ab dem 5. Schuljahr  gewählt.

Ab dem  01.08.1969 besuchten die Kinder der Schuljahre 5-9 die Hauptschule in Horhausen. Nur die Kinder des 1.-4. Schuljahres blieben in der Grundschule Epgert. Im Juni 1973 wurde die Volksschule Epgert komplett geschlossen.

Noch viele Erinnerungen an die vergangene Schulzeit wurden ausgetauscht und die Zeit verging wie im Flug.

Zum Abschluss übte  Lene Haberscheid den Kanon „Hejo, spann den Wagen  an“ ein und es klang sehr gekonnt.

Der nächste Treffpunkt Erzählcafé findet am 09. November 2015 statt.

 

 

 

 

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